Vater und Sohn betrachtem die Sonne

Der Erstgeborene

Jürgen Ferrary
14. Mai 2026

„Jesus war vor allem anderen da, und alles besteht durch ihn. Und er ist das Haupt der Gemeinde, das Haupt seines Leibes. Er ist der Anfang ´der neuen Schöpfung, der Erste, der von den Toten auferstand, denn ´nach Gottes Plan soll er in allem den ersten Platz einnehmen. Ja, Gott hat beschlossen, mit der ganzen Fülle seines Wesens in ihm zu wohnen und durch ihn das ganze Universum mit sich zu versöhnen. Dadurch, dass Christus am Kreuz sein Blut vergoss, hat Gott Frieden geschaffen. Die Versöhnung durch Christus umfasst alles, was auf der Erde, und alles, was im Himmel ist(Kolosser 1,17-20).  

Was für ein gewaltiger Abschnitt. Was für eine Tiefe. Und gleichzeitig: was für ein Trost. Denn wenn die Bibel Jesus denErsten, den „Erstgeborenen“ nennt, dann beschreibt sie damit nicht nur seinen Rang oder seine Größe. Sie zeigt uns auch ein Muster. Einen Weg. Jesus ist nicht einfach nur der Eine, der etwas geschafft hat, was wir niemals schaffen könnten. Er ist der Eine, der vorausgeht.

Er ist Gottes Sohn. Der einzige Mensch, der vollkommen sündlos gelebt hat. Der Erste, der vollkommen gehorsam war – bis zum Schluss. Der Erste durch Leiden. Der Erste durch den Tod. Und der Erste hinein in das Leben der Auferstehung.

Aber Jesus kam nicht, um zu sagen: „Schaut her, was ich kann und ihr nicht.“ Er kam, um einen Weg zu bahnen, auf dem wir ihm folgen können. Paulus geht sogar noch weiter. Er sagt nicht nur, dass Jesus uns vorangegangen ist. Er sagt, dass wir durch ihn eine völlig neue Stellung bekommen haben: Wir sind Erben Gottes.

„Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben – Erben Gottes und Miterben Christi“ (Römer 8,17). Das bedeutet: Der Erstgeborene steht nach seiner Auferstehung nicht allein da und schließt die Tür hinter sich zu. Er dreht sich um zu seinen Brüdern und Schwestern – zu dir und zu mir – und streckt uns seine Hand entgegen.

Sein Vater wird zu unserem Vater. Sein Zugang wird zu unserem Zugang. Seine Zukunft wird zu unserer Zukunft.

Natürlich verschweigt Paulus nicht, dass auch Leid zum Leben mit Gott dazugehören kann. Christsein bedeutet nicht automatisch ein problemloses Leben. Aber das Leid bekommt nicht das letzte Wort. Weil Jesus auferstanden ist, hat selbst der Tod nicht mehr das letzte Wort.

Genau das verändert alles. Auferstehung ist nicht nur eine christliche Theorie für irgendwann nach dem Tod. Sie verändert schon heute, wie wir leben. Als Erben Gottes dürfen wir wissen: Gott wird sich um uns kümmern. Er wird uns nicht verlassen, selbst wenn wir durch dunkle Täler gehen. Und am Ende wartet nicht das Nichts auf uns, sondern ein Vater mit offenen Armen.

Jesus ist den Weg bereits gegangen. Deshalb müssen wir nicht raten, was uns erwartet. Wir folgen keinem religiösen Konzept, sondern einer Person, die den Tod besiegt hat und lebt.

Und genau deshalb kann ich auch wieder aufstehen, wenn ich falle. Deshalb muss meine Vergangenheit mich nicht dauerhaft bestimmen. Deshalb kann Hoffnung stärker sein als Angst. Nicht, weil ich so stark bin, sondern weil der Sieger an meiner Seite ist.

Der Erstgeborene lebt. Und wer zu ihm gehört, geht nicht verloren.

Kleine Herausforderung für heute: Wo fühlst du dich klein, bedeutungslos oder hoffnungslos? Wo haben negative Gedanken mehr Raum bekommen als Gottes Wahrheit? Sprich dir heute bewusst zu: „Ich bin ein Kind Gottes. Ich bin ein Erbe Gottes. Jesus ist mir vorausgegangen – und ich gehe nicht allein.“

Bring Gott heute deine Angst, deine Zweifel und deine Schwere. Bitte ihn, dich neu mit Hoffnung, Freude, Mut und seiner Gegenwart zu erfüllen und dir die negativen Gedanken abzunehmen.

Sei gesegnet!

„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören. Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“ – Peter Kuzmič

Mehr Gedanken

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner
Warning